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Geschichtliches zum Gebäude

Das Fachwerkhaus am Kottesteig 4 stammt aus der Zeit Ende 18. oder Anfang 19. Jahrhundert. 1836 hat es die Sächsische Dampfschiffahrt erworben; aber wann genau es durch wen gebaut wurde, ist nicht überliefert.
1999 habe ich es in einem sehr üblen Zustand erworben. Kubikmeterweise Müll im Haus, Bauschutt und und und überall auf dem Grundstück waren unter schwierigen Bedingungen zu entsorgen – der Weg vor dem Haus war damals noch schmaler als jetzt. Nach der ersten mehr oder weniger provisorischen Wiederherstellung überflutete im August 2002 die Elbe Teile des Grundstücks, im Haus stand das Wasser ca. 1,80 m hoch. Danach erfolgte eine grundlegende Sanierung. Original sind nur noch die unteren Außenmauern, die Geschossdecken sowie der Dachstuhl. Alles andere, die kompletten Giebel, die hintere Außenwand, das Dach, Fachwerk, Lehmausbau, 2 Balkons, die Fenster bis auf eins ?, Außen- und Innentüren, Heizung, Sanitär, Elektrik, Fliesen usw. wurden 2003 – 2005 erneuert. Dazu kam das Grundstück – neue Trockenmauern wurden gesetzt, Sandsteinplatten verlegt, Treppen neu gesetzt, Weinreben gepflanzt, Blumen und Rasen angesät usw. Mein herzliches Dankeschön gilt allen Helfern und Spendern von damals.

Historie von Rathen

Erstmalig erwähnt wird Rathen 1261: ein gewisser Theodoricus de Raden liegt mit dem Meißner Bischof im Streit. Dieser Herr war wahrscheinlich der Namensgeber des Ortes. Bis 1426 ist Rathen in böhmischer Hand. Ab 1426 kommen die Burgen und umliegendes Land zu Friedrich von der Ölsnitz und damit zu einem Sachsen. Doch schon sein Sohn verliert das Land, da er als Raubritter sein Unwesen trieb. Bis 1459 gehöhrte Rathen zu Böhmen und danach zur Mark Meißen der Wettiner. Um die heutige Burg-Altrathen herum entstand eines kleines Dorf - Rathen - bewohnt von Fischern, Flößern, Steinbrechern.

Eine Landschaft fasziniert die Menschen...

Die Menschen und ihre Geschichte gaben dieser Landschaft einen Vorzug, den man sonst kaum findet. Seit über 2 Jahrhunderten schöpfen Künstler aus der einmaligen, faszinierenden Natur. Caspar David Friedrich malte Anfang des 19. Jahrhunderts sein Gemälde "Felsenschlucht". Mit seinen steilaufragenden Felsen und abstürzenden Schlüchten verdeutlicht es uns, dass die ewig währende Natur weder Maß noch Norm kennt, nur aus stetem Werden und Vergehen besteht. Carl Maria von Weber und Friedrich Kind ließen sich wenig später zum "Freischütz", der ersten deutschen Volksoper inspirieren.

Zeittafel* zu Ereignissen in Rathen und naher Umgebung

1361     In einer Urkunde der Michelsberger werden erstmals 2 Steinburgen in Rathen     erwähnt (ambo castra Ratny)

1400     Rathen ist freie Herrschaft der Michelsberge

1406     Hinko II. Birke von der Duba erwirbt von Johnann von Michelsberg die freie     Herrschaft Rathen

1410     Der dritte Sohn Hinkos des Älteren, Benesch, erhält bei der Teilung der     Herrschaft Hohnstein die Burg Rathen mit Zubehör (Rathewalde, Waltersdorf, Weißig und Pötzscha).

1423     sind die Birken von der Duba noch Besitzer des Schlosses Rathen

1426     Die Birken von der Duba auf Rathen liegen mit Friedrich von der Oelsnitz     "Vogt auf dem Königstein" in Streit.

1426     Einnahme der Burg Rathen durch Vogt Friedrich von der Oelsnitz

1428     Erstmalig wird Friedrich von der Oelsnitz als "zum Raten gesessen"     bezeichnet.

1438     liegen erneut die Birken von der Duba mit den Oelsnitzern in Fehde

1438     erstürmt Albrecht Birke von der Duba auf Winterstein (Sohn von Benesch) das Schloß Rathen und hält es ein Jahr lang in seinem Besitz

1439   Zurückeroberung des Schlosses Rathen durch Friedrich von der Oelsnitz

1440     Albrecht Birke von der Duba sagt am 6. Dezember dem Kurfürsten von     Sachsen, Friedrich II. (der Sanftmütige) die Fehde an.

1441     Sämtliche Birken von der Duba vereinbaren am 10. März mit dem Kurfürsten einen Sühnevertrag

1459     erste Schreibform "Rathen" (alte Schreibweise "Raten")

1466     Als Herr auf dem Rathen wird urkundlich Hans von der Oelsnitz genannt. Als Raubritter fällt er in Ungnade bei den Landesherren

1467 - 69 wird Rathen durch den sächsischen Kurfürsten Ernst und seinen Bruder Herzog Albrecht belagert

1469     nach dem 25. Mai erfolgt die Einnahme von Rathen nach zwei- jähriger Belagerungszeit

1470     Hans von der Oelsnitz fordert über den Ungarn-König Matthias Corvinius sein Schloß nebst Zugehörungen zurück

1471     Am 7. Februar erscheint Hans von der Oelsnitz in Dresden zu einer Vernehmung durch die Fürsten von Sachsen

1485     Rathen kommt durch die sächsische Erbteilung an Herzog Albrecht

1530     ist die Burg Rathen verfallen und unbewohnbar

1548     wird ein "Ampt Ratten" erwähnt

1593     Auf der Karte vom Markscheider Matthias Oeder aus Freiberg sind "Das Schloß der Neue Raden" und ein "Wächterhaus" in den "Rathen Felsen" eingezeichnet.

1632     Begehung des Mönchsloches (Wächterhaus).

1639     Es wird von der Flucht der Einwohner während des 30jährigen Krieges in die Rathener Felsen berichtet

1706     Im nordischen Krieg (1700 - 1721) flüchten erneut Bewohner in die alte Burgstätte von Neurathen

1755     In der Literatur tritt das erste Mal der Name "Neurathen" auf

1777     Erneute Besteigung des Mönchfelsens mittels Leiter

1800(ca.) Schwertfund in der Martertelle

1823     Der Maler Adrian Ludwig Richter aus Dresden zeigt in einer Ansicht des "Neurathener Felsentores" Mauerreste der mittelalterlichen Brückenführung.

1826     Erbauung einer hölzernen Brücke über den Abgrund der Martertelle

1836     Das Haus am Kottesteig 4 (heutige Adresse) wird von der "Sächsischen Dampfschiffahrt" erworben

1844     Zweiter Schwertfund in der Martertelle (Landesmuseum für Vorgeschichte Dresden)

1850/51 Bau der steinernen Basteibrücke

1906     Der Dresdner Arzt Herbert Beschorner erforscht als erster die Felsenburg Neurathen

1932     Entdeckung des Wehrganges durch den Steindrucker Alfred Neugebauer, Dresden

1933     Beginn der ersten größeren Ausgrabung

1934/35 Rekonstruktion des Wehrganges

1953     Zweite Rekonstruktion des Wehr- bzw. Umganges

1982/84 Die dritte Rekonstruktion erfolgt im Auftrag des Rates des Kreises Sebnitz durch Sebnitzer Bergsteiger unter der Leitung von Klaus Böhme. Dabei werden erneut Ausgrabungen durchgeführt

1986     Nachbildung einer Steinschleuder aus dem 15. Jahrhundert Erste Ausführung in der DDR
Idee: Alfred Neugebauer, Steindrucker, Dresden
Modell: Fritz Ihle, Dresden
Fertigung: Gruppe Böhme, Sebnitz.

* Quelle: Alfred Neugebauer

seit 1990 umfangreiche Sanierungen und Neubauten im gesamten Ort;

1995 Wiedereröffnung der Burg Altrathen;

Eröffnung des ersten 4-Sternehotels (Elbschlösschen);

1999 Kauf des Hauses Kottesteig 4 durch die derzeitige Besitzerin

18.08.2002 Hochwasserhöchststand mit ca. 12 m Pegel (10 m über normal)